Rezension: Ein kleines Stück von Afrika - Hoffnung von Christina Rey
Darum geht es in Ein kleines Stück von Afrika: Aufbruch (Band 1):
1910. Auf einer Safari in Kenia verliebt sich die junge Ivory in dieses Land und seine Tier- und Pflanzenwelt – und in den Großwildjäger Adrian Edgecumbe. Sie hofft, dass er sein blutiges Geschäft für sie aufgeben wird, doch Adrian ist Abenteurer durch und durch. Ivy ahnt bald nach der Hochzeit, dass sie nur eine Trophäe für ihn ist. Als Adrian im Krieg als vermisst gemeldet wird, nimmt Ivy die Geschicke der Farm in ihre eigene Hand. Statt der Großwildsafaris bietet sie Fotoaufnahmen und Beobachtungen von Tieren an. Bei der Verwaltung des Landes geht sie mutige Wege, die vielfach auf Ablehnung stoßen. Entschlossen kämpft sie für ihre Ziele und verliert dabei auch ihr Herz. Aber kann und darf sie aus einer engen Verbundenheit Liebe werden lassen?
Eine große Saga um eine Frau, die ihr Schicksal selbst bestimmen will und bereit ist, um ihre Liebe zu kämpfen
Band 2: Ein kleines Stück von Afrika: Hoffnung wurde mir von Bastei Lübbe als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Um die Inhalte aus Band 2 nicht zu Spoilern, habe ich oben den Klappentext zu Band 1 verwendet.
In dem 431 Seiten langen Roman begleiten wir wieder Ivy und ihre Familie, aber auch Ranjana und Naeku aus dem vorherigen Band bekommen dieses Mal eine größere Rolle in dem Buch.
Die Handlung des Buches hat mir in Band 2 wieder gut gefallen. Ich fand es auch super interessant aus den verschiedenen Perspektiven zu lesen. Die Autorin hat das Setting (Afrika / Kenia / … ) sehr gut einfangen und bildlich einbauen können. Während des Lesens hatte ich immer das Gefühl, dass etwas passiert und dass ein Spannungsbogen vorhanden war, wodurch ich immer wieder gern zu dem Buch gegriffen habe, da ich wissen wollte, wie es für Ivy, Naeku und Ranjana ausgehen wird. Auch Kurti konnte mich erneut zum Schmunzeln bringen.
Die Figuren konnten mich auch sehr überzeugen. Die Entwicklungen der Charaktere hat mir gut gefallen und auch die Einblicke in die Kulturen fand ich sehr spannend. Auch das Ende war für mich passend und ein Stück weit erhofft. Die Antagonisten in diesem Roman waren für mich unmenschlich, wodurch ich auch während des Lesens immer wieder richtig wütend wurde, wenn Person xy mal wieder entgegen aller Werte gehandelt hat.
Durch die Beziehung von Ivy und ihrem Liebsten (den Namen erwähne ich hier nicht) und der Freundschaft/der Beziehung von Naeku und Ranjana wurde die Geschichte für mich greifbar und authentisch. In dem Buch gibt es nämlich auch Momente voll Glück, Liebe, Familie und wie der Titel schon verrät: Hoffnung.
Die Bücher spielen ab den Jahren 1910 und sind auch von der Autorin an die Gesellschaft zu dieser Zeit sowie den Werten und Normen angepasst, was ich als Leserin schon echt heftig fand.
Am Ende des Buches gab es wieder einen Historischen Hintergrund, was ich praktisch finde und sehr zum Verständnis der Geschichte beträgt. Auch zu erwähnen ist, dass ich bei der Reihe das Empfinden habe, dass die sensiblen Themen, im weiteren Verlauf benannt, nicht romantisiert und beschönigt dargestellt werden.
Achtung! Es folgt ein Spoiler zum Inhalt: Wichtig finde ich zu erwähnen, dass folgende Themen in der Reihe/dem Buch unter anderem thematisiert werden und sich an die Zeit der Geschichte orientieren: Gewalt, s*xueller Missbrauch, Wilderei, Albinismus, Tierjagd, Tierfang, Tierquälerei, Witwenverbrennung, Rassismus, Diskriminierung, Bezug zur Todesstrafe …
Eine Anmerkung der Autorin in ihrem Nachwort zum historischem Hintergrund:
Ein Wort noch zur Sprache, die in den Dialogen Verwendung findet. Es ist der Epoche und der historischen Kulisse geschuldet, dass einige Figuren diskriminierende und nach heutigen Maßstäben unpassende Begriffe verwenden. Dieser Sprachgebrauch offenbart die Einstellung dieser Figuren zu anderen Ethnien. Wir können nicht mehr ändern, wie unsere Vorfahren Diversität gesehen haben - wir können nur heute und in Zukunft jeglicher Diskriminierung entgegenwirken. Die authentische Darstellung dessen, wie es war, kann man als eine Warnung sehen: So soll es nie wieder sein!
Christina Rey
Zwei Kritikpunkte habe ich dennoch: Nach dem Beginn, während die Geschichte sich auf Naeku und Ranjana fokussierte, hatte ich über einen längeren Zeitraum das Gefühl, dass hier Ivys Geschichte „einfach neu erzählt“ wird. Dies wurde - je weiter ich kam - allerdings durch die Handlung und den Verlauf abgeschwächt. Zwischendurch hatte ich auch das Gefühl, dass es ein paar Längen gab, die jedoch durch den oben genannten Spannungsbogen kaum der Rede wert sind.
Zu den Büchern der Saga: Das endlose LandZu Band 1 - Aufbruch
Zu Band 2 - Hoffnung
Die Reihe ist eine Leseempfehlung, vor allem für die Leser:innen, die gerne historische Romane lesen, die nicht in ihren sensiblen Thematiken romantisiert werden.



